Angebotskalkulation im Landschaftsbau: So kalkulieren Sie Angebote, die sich rechnen
Kostenbausteine, Stundenverrechnungssatz mit Beispielrechnung und die 5 häufigsten Kalkulationsfehler — so kalkulieren Sie Angebote im GaLaBau, die Gewinn übrig lassen.
Die Angebotskalkulation im Landschaftsbau entscheidet nicht am Jahresende über Ihren Gewinn — sie entscheidet ihn in dem Moment, in dem Sie den Preis ins Angebot schreiben. Wer bei der Kalkulation im GaLaBau nur den Stundenlohn der Kolonne mit einem gefühlten Aufschlag multipliziert, arbeitet oft monatelang auf Baustellen, die real Verlust bringen — und merkt es erst, wenn die Liquidität im Winter knapp wird. Volle Auftragsbücher sind kein Beweis für gesunde Preise. Im Gegenteil: Wer dauerhaft ausgebucht ist und trotzdem nichts übrig behält, kalkuliert mit hoher Wahrscheinlichkeit zu knapp.
Dieser Beitrag behandelt die Zahlenseite: Kostenbausteine, Stundenverrechnungssatz mit nachvollziehbarer Beispielrechnung und die typischen Fehler. Wie Sie aus einer sauberen Kalkulation dann schnell ein professionelles Angebot machen — also der Prozess dahinter — steht im Beitrag zur Angebotserstellung im GaLaBau.
Die Kostenbausteine Ihrer Kalkulation
Ein Angebot rechnet sich nur, wenn jeder Baustein vollständig drin ist. Im GaLaBau sind das im Kern sieben Positionen:
Produktive Lohnkosten. Die Basis ist nicht der Bruttostundenlohn, sondern das, was Sie eine verrechenbare Stunde tatsächlich kostet. Dazu gehören die Lohnnebenkosten (Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft, Umlagen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld) — und die unproduktiven Zeiten: Urlaub, Feiertage, Krankheit, Rüst- und Ladezeiten, nicht berechenbare Fahrzeiten, Werkstatt-Tage. All diese Stunden bezahlen Sie, verkaufen können Sie sie nicht. Sie müssen auf die produktiven Stunden umgelegt werden.
Maschinen- und Gerätekosten. Bagger, Radlader, Rüttelplatte, Transporter: Abschreibung, Finanzierungskosten, Versicherung, Wartung, Reparaturen und Betriebsstoffe — geteilt durch die realistischen Einsatzstunden pro Jahr, nicht durch theoretische Vollauslastung. Eine Maschine, die 300 Stunden im Jahr läuft, kostet pro Stunde ein Vielfaches von einer, die 900 Stunden läuft.
Material und Pflanzen. Einkaufspreis plus Bezugskosten (Fracht, Anfahrt zum Großhandel) plus ein Zuschlag für Beschaffungsaufwand, Lagerung, Restmengen und Bruch. Bei Pflanzen zusätzlich: Ausfall- und Anwuchsrisiko, gegebenenfalls vereinbarte Fertigstellungspflege. Material 1:1 zum Einkaufspreis durchzureichen heißt, den ganzen Aufwand drumherum zu verschenken.
Fremdleistungen. Subunternehmer und Nachunternehmer (z. B. Erdbau, Elektrik für Gartenbeleuchtung) brauchen einen Zuschlag für Koordination, Bauleitung und Ihr Gewährleistungsrisiko — Sie haften dem Kunden gegenüber für deren Arbeit.
Baustellengemeinkosten. Kosten, die der Baustelle zuzurechnen sind, aber keiner einzelnen Position: Baustelleneinrichtung, An- und Abfahrten, Container und Entsorgung, Kleingeräte, Absicherung, Bauleitung vor Ort.
Verwaltungsgemeinkosten. Büro, Buchhaltung, Software, Telefon, Werbung, Versicherungen, Steuerberatung — und Ihr eigener Unternehmerlohn, wenn Sie als Einzelunternehmer nicht auf der Lohnliste stehen. Dieser Block wird am häufigsten unterschätzt, weil er auf keiner Baustelle sichtbar ist.
Wagnis und Gewinn. Wagnis deckt das Unternehmerrisiko ab: Gewährleistung, Wetterausfälle, Anwuchsprobleme, Zahlungsausfälle. Gewinn ist kein Bonus, sondern die Quelle für Rücklagen, Ersatzinvestitionen und Wachstum. Wer ohne diesen Baustein kalkuliert, arbeitet bestenfalls kostendeckend — und hat beim ersten Gewährleistungsfall ein Minus.
Stundenverrechnungssatz im GaLaBau: Schritt für Schritt
Der Stundenverrechnungssatz im GaLaBau ist der Preis, den Sie pro produktiver Arbeitsstunde mindestens verlangen müssen, damit alle Kostenbausteine gedeckt sind. So rechnen Sie ihn aus — alle Zahlen sind Beispielwerte, setzen Sie Ihre eigenen Betriebszahlen ein:
Schritt 1: Produktive Stunden pro Mitarbeiter und Jahr ermitteln.
| Position | Beispielwert |
|---|---|
| Arbeitstage pro Jahr (ohne Wochenenden) | 250 Tage |
| − Urlaub | 30 Tage |
| − Feiertage | 11 Tage |
| − Krankheit (Erfahrungswert Ihres Betriebs) | 10 Tage |
| = Anwesenheitstage | 199 Tage |
| × 8 Stunden = Anwesenheitsstunden | 1.592 h |
| − unproduktive Zeiten (Rüsten, Laden, Werkstatt, ~15 %) | ≈ 240 h |
| = produktive, verrechenbare Stunden | ≈ 1.350 h |
Schritt 2: Jahres-Lohnkosten ermitteln.
| Position | Beispielwert |
|---|---|
| Jahresbruttolohn (inkl. Urlaubs-/Weihnachtsgeld) | 42.000 € |
| + Lohnnebenkosten (AG-Anteile, BG, Umlagen; hier 45 %) | 18.900 € |
| = Jahres-Lohnkosten | 60.900 € |
Schritt 3: Zusammensetzen.
| Rechenschritt | Beispielwert |
|---|---|
| 60.900 € ÷ 1.350 h = produktive Lohnkosten | 45,10 €/h |
| + Gemeinkostenzuschlag (Baustelle + Verwaltung, hier 25 %) | 56,40 €/h |
| + Wagnis & Gewinn (hier 10 %) | ≈ 62 €/h netto |
Aus einem Bruttolohn von rund 20 €/h wird in diesem Beispiel also ein Verrechnungssatz von rund 62 €/h — mehr als das Dreifache. Genau diese Lücke ist der Grund, warum „Stundenlohn plus ein bisschen" im Gartenbau nie funktioniert, wenn Sie ein Angebot kalkulieren wollen, das sich trägt. Ihre Zuschlagssätze für Gemeinkosten und Wagnis & Gewinn leiten Sie aus Ihrer eigenen Buchhaltung ab (Gemeinkosten des letzten Jahres ÷ produktive Lohnkosten), nicht aus Bauchgefühl oder fremden Zahlen.
Die 5 häufigsten Kalkulationsfehler im GaLaBau
1. Unproduktive Stunden vergessen. Wer mit 1.900 statt 1.350 verrechenbaren Stunden rechnet, setzt seinen Verrechnungssatz um rund ein Drittel zu niedrig an — der teuerste Einzelfehler, weil er in jedem Angebot steckt.
2. Maschinenkosten pauschal „irgendwo drin". Wenn der Bagger nicht als eigene Position mit realistischen Einsatzstunden kalkuliert ist, subventioniert Ihr Lohnanteil die Maschine. Maschinenintensive Baustellen wirken dann profitabel, sind es aber nicht.
3. Nachträge nicht geregelt. Felsen im Boden, Leitungen, Kundenwünsche mittendrin: Wer Änderungen ohne schriftlichen Nachtrag „mitmacht", verschenkt genau die Marge, die er vorher sauber kalkuliert hat. Nachtragsmanagement gehört zur Kalkulation dazu.
4. Bauchpreis unter Druck. „Der Kunde hat noch zwei andere Angebote" — und schon gehen 10 % runter. Ein Rabatt wirkt aber nicht auf den Umsatz, sondern fast voll auf Ihren Gewinnbaustein: Bei 10 % kalkuliertem Wagnis & Gewinn arbeitet ein Auftrag mit 10 % Nachlass für null.
5. Gemeinkosten zu niedrig angesetzt. Büro, Software, Fuhrpark-Verwaltung, Unternehmerlohn — wer diesen Block schätzt statt aus der Buchhaltung abzuleiten, liegt fast immer zu niedrig. Prüfen Sie den Zuschlag mindestens einmal im Jahr gegen die echten Zahlen.
Der unterschätzte Hebel: den Wert sichtbar machen
Selbst die sauberste Kalkulation nützt wenig, wenn der Kunde am Ende nur eine Zahl sieht. Ein Gartenprojekt kostet schnell mehrere tausend bis zehntausend Euro — und auf dem Papier ist ein 25.000-€-Angebot von Ihnen und ein 21.000-€-Angebot vom Wettbewerber dieselbe abstrakte Positionsliste. Wer nur Zahlen vergleichen kann, vergleicht Zahlen. Die Preisdiskussion ist damit vorprogrammiert.
Der Hebel: Zeigen Sie dem Kunden, was er für sein Geld bekommt — bevor gebaut wird. Mit GardenPilot Professional erzeugen Sie aus einem Smartphone-Foto des echten Kundengartens in Minuten fotorealistische Visualisierungen; Haus, Perspektive und Bestand bleiben erhalten, nur der Garten verändert sich. Zusammen mit der Verkaufsmappe als PDF wird aus Ihrer Positionsliste ein greifbares Ergebnis, über das im Kundengespräch plötzlich über den Garten geredet wird statt über den Preis. Wie stark sich das auf die Abschlussquote auswirkt, haben wir separat aufgeschrieben. Und die Kalkulationsseite dieses Werkzeugs ist simpel: rund 20–30 € pro Kundenprojekt, ohne Abo — bei Auftragswerten im vier- bis fünfstelligen Bereich eine Position, die sich mit einem einzigen zusätzlichen Auftrag um ein Vielfaches bezahlt macht. Die Details stehen auf der Preisseite.
Wichtig zur Einordnung: GardenPilot ist keine kaufmännische Kalkulations- oder LV-Software und will sie nicht ersetzen. Es ergänzt Ihre Kalkulation in der Verkaufsphase — dort, wo Aufträge gewonnen oder über den Preis verloren werden.
Testen Sie es an einem echten Projekt: Auf gardenpilot.de/partner starten Sie ein kostenloses Testprojekt — Projektstart mit drei Visualisierungen plus das vollständig ausgearbeitete Konzept, zusammen 8 Credits; weitere Visualisierungen darüber hinaus sind nicht enthalten. Kundenfoto hochladen, Visualisierungen ansehen, selbst beurteilen, ob es Ihr nächstes Verkaufsgespräch verändert.
Checkliste: Angebotskalkulation im Landschaftsbau
- Produktive Stunden pro Mitarbeiter realistisch ermittelt (Urlaub, Krankheit, Rüst- und Fahrzeiten abgezogen)?
- Lohnnebenkosten vollständig eingerechnet?
- Maschinen mit eigenen Kostensätzen und realistischen Einsatzstunden kalkuliert?
- Material und Pflanzen mit Zuschlag für Beschaffung, Bruch und Anwuchsrisiko?
- Fremdleistungen mit Zuschlag für Koordination und Gewährleistung?
- Baustellen- und Verwaltungsgemeinkosten aus der Buchhaltung abgeleitet — inklusive Unternehmerlohn?
- Wagnis & Gewinn als eigener Baustein drin?
- Nachtragsregelung im Angebot verankert?
- Zuschlagssätze im letzten Jahr überprüft?
- Wert des Angebots für den Kunden sichtbar gemacht (Visualisierung, Verkaufsmappe)?
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Stundenverrechnungssatz im GaLaBau?
In drei Schritten: Erstens die produktiven, verrechenbaren Stunden pro Mitarbeiter und Jahr ermitteln (Anwesenheitsstunden minus Rüst-, Lade- und sonstige unproduktive Zeiten). Zweitens die vollständigen Jahres-Lohnkosten (Bruttolohn plus alle Lohnnebenkosten) durch diese produktiven Stunden teilen. Drittens Zuschläge für Baustellen- und Verwaltungsgemeinkosten sowie Wagnis & Gewinn aufschlagen. Die Zuschlagssätze leiten Sie aus Ihrer eigenen Buchhaltung ab.
Wie viel Gewinn kalkuliert man im Landschaftsbau ein?
Eine allgemeingültige Prozentzahl gibt es nicht seriös — der richtige Ansatz ist prinzipienbasiert: Wagnis & Gewinn müssen Ihr Gewährleistungs- und Ausfallrisiko abdecken und darüber hinaus Rücklagen und Investitionen finanzieren. Kalkulieren Sie nur kostendeckend, zahlt der erste Gewährleistungsfall oder Maschinenschaden aus Ihrer Substanz. Legen Sie den Satz betriebsindividuell fest und prüfen Sie jährlich in der Nachkalkulation, ob er tatsächlich übrig geblieben ist.
Was gehört alles in die Angebotskalkulation im Landschaftsbau?
Sieben Bausteine: produktive Lohnkosten inklusive Lohnnebenkosten und umgelegter unproduktiver Zeiten, Maschinen- und Gerätekosten, Material und Pflanzen mit Zuschlag, Fremdleistungen mit Zuschlag, Baustellengemeinkosten, Verwaltungsgemeinkosten (inklusive Unternehmerlohn) sowie Wagnis & Gewinn. Fehlt einer davon, ist der Preis zu niedrig — auch wenn das Angebot auf den ersten Blick auskömmlich wirkt.
Warum ist mein Stundenverrechnungssatz so viel höher als der Stundenlohn?
Weil der Bruttolohn nur ein Bruchteil Ihrer Kosten ist: Lohnnebenkosten, bezahlte aber nicht verrechenbare Stunden (Urlaub, Krankheit, Rüstzeiten), Gemeinkosten des Betriebs und Wagnis & Gewinn kommen obendrauf. In der Beispielrechnung oben wird aus rund 20 €/h Bruttolohn ein Verrechnungssatz von rund 62 €/h. Ein Verrechnungssatz nahe am Bruttolohn ist kein Wettbewerbsvorteil, sondern ein Warnsignal.
Hilft GardenPilot bei der Kalkulation meiner Angebote?
Nein — und das sagen wir bewusst so klar: GardenPilot ist keine Kalkulations- oder Angebotssoftware und ersetzt weder LV-Kalkulation noch Aufmaß. GardenPilot setzt davor an: Es macht den Wert Ihres sauber kalkulierten Angebots sichtbar, indem der Kunde seinen echten Garten als fotorealistische Visualisierung sieht, bevor gebaut wird. Das reduziert Preisdiskussionen und erhöht die Chance, dass Ihr kalkulierter Preis auch akzeptiert wird. Das Gartenkonzept enthält zudem eine Kostenkalkulation als Orientierung für das Kundengespräch — Ihr kaufmännisches Angebot kalkulieren Sie weiterhin in Ihrem gewohnten System.
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