Im Sommer gießt du mit Trinkwasser, und beim nächsten Gewitter rauscht das Wasser vom Dach in den Kanal. Dabei kann genau dieses Wasser im Garten bleiben: in einer Tonne, in einer Zisterne oder in einem Beet, das Regen aufnehmen darf.
Fünf Ideen für Regenwasser im Garten: eine Regentonne, die zum Garten gehört, eine Zisterne für größere Gärten, ein sichtbarer Weg für das Wasser, eine bepflanzte Mulde und Beläge, die Wasser durchlassen. Du kannst klein anfangen und später erweitern. Für die meisten Ideen brauchst du keinen Umbau des ganzen Gartens.
Stand: 16. Oktober 2026. Die Zahlen und Regeln beschreiben die Lage in Deutschland. Alle Gartenbilder in diesem Artikel sind KI-Visualisierungen von GardenPilot. Sie zeigen Gestaltungsideen, keine gebauten Referenzgärten.
Regenwasser im Garten auf einen Blick
| Idee | Passt besonders | Aufwand | So kannst du anfangen |
|---|---|---|---|
| Regentonne mit Überlauf ins Beet | jedem Garten mit Fallrohr | gering | Fallrohr und Stellplatz suchen |
| Zisterne | größeren Gärten, Neubau, Umbau | hoch | Gießbedarf und Dachfläche abschätzen |
| Sichtbarer Wasserweg | Terrasse in Hausnähe | mittel | Wasserweg vom Fallrohr skizzieren |
| Bepflanzte Mulde | durchlässigem Boden mit Platz | mittel | Boden und Abstände prüfen |
| Durchlässige Beläge | Einfahrt, Stellplatz, Wege | mittel bis hoch | versiegelte Flächen zusammenrechnen |
Wie viel Wasser liefert dein Dach?
Die Rechnung ist einfach: 1 Millimeter Regen entspricht 1 Liter Wasser pro Quadratmeter. Im Sommer 2026 fielen in Deutschland im Mittel rund 171 Liter pro Quadratmeter, nur 72 Prozent der üblichen Menge (Deutscher Wetterdienst). Auf 40 Quadratmeter Dachfläche wären das rechnerisch rund 6.800 Liter, selbst in einem trockenen Sommer. Tatsächlich kommt weniger an, weil ein Teil verdunstet oder über den Überlauf abfließt.
Zum Vergleich nennt das Bayerische Landesamt für Umwelt als Gießbedarf etwa 60 Liter pro Quadratmeter und Jahr für Rasen- und Parkflächen und rund 20 Liter pro Quadratmeter und Woche für Gemüsebeete. Gemüsebeete brauchen also besonders viel Wasser, und genau dort lohnt sich ein Speicher am meisten.
1. Eine Regentonne, die zum Garten gehört
Die Regentonne ist der einfachste Einstieg. Sie muss aber nicht wie ein Provisorium in der Ecke stehen.
Die Idee: den Speicher wie ein Gartenelement planen, mit festem Platz, Rahmen und einem Überlauf, der ins Beet führt.

So wird aus der Tonne ein Teil der Gestaltung
Stelle die Tonne auf einen ebenen, festen Untergrund und fasse sie mit Pflanzen oder einem schmalen Sichtschutz ein. Regentonnen fassen meist etwa 200 bis 500 Liter (Verbraucherzentrale NRW). Ein Füllautomat am Fallrohr leitet Wasser in die Tonne, und wenn sie voll ist, läuft der Rest im Rohr weiter. Noch besser: Ein Überlauf führt das überschüssige Wasser in ein angrenzendes Beet.
Gegossen wird am besten direkt aus der Tonne. Das Umweltbundesamt nennt das weiche Regenwasser ideal für Pflanzen (Umweltbundesamt). Von Dächern aus Kupfer und Zink können allerdings Metallverbindungen abgeschwemmt werden; Rinnen und Fallrohre aus diesen Materialien sind laut Umweltbundesamt meist unbedenklich.
Wichtig: Die Tonne braucht einen festen, verschließbaren Deckel. Kleine Kinder können schon in wenig Wasser ertrinken, und ein Deckel hält zudem Mücken fern. Vor dem ersten Frost leerst du die Tonne, denn gefrierendes Wasser kann sie beschädigen.
Passt besonders gut: zu jedem Garten mit Fallrohr, auch zum kleinen Reihenhausgarten.
Dein erster Schritt: Suche das Fallrohr, das deinem meistgegossenen Beet am nächsten liegt. Dort steht die Tonne richtig.
2. Eine Zisterne für den größeren Garten
Wer viel gießt, kommt mit einer Tonne nicht weit. Eine Zisterne liegt unter der Erde und fasst ein Vielfaches.
Die Idee: Wasser unsichtbar speichern und dort entnehmen, wo du es brauchst.

Was du vor dem Kauf wissen solltest
Unterirdische Zisternen fassen etwa 1.500 bis 10.000 Liter. Kunststoffmodelle sind leichter einzubauen als Beton (Verbraucherzentrale NRW). Die Kosten liegen je nach Eigenleistung und Größe bei wenigen Tausend Euro (Landesamt für Umwelt). Am günstigsten ist der Einbau, wenn der Garten ohnehin aufgegraben wird, etwa beim Neubau. Wann das im Bauablauf passt, steht in Reihenfolge beim Hausbau.
Nutzt du das Wasser nur im Garten, bleibt die Anlage einfach: Speicher, Filter, Pumpe und eine Entnahmestelle. Soll das Regenwasser auch die Toilette spülen, braucht es ein getrenntes Leitungsnetz im Haus. Diese Anlage musst du dem Gesundheitsamt spätestens vier Wochen vor dem Bau anzeigen (§ 12 Trinkwasserverordnung). Das Umweltbundesamt nennt für eine Anlage im Haus 2.500 bis 5.000 Euro.
Viele Gemeinden fördern Zisternen. 2026 hatten zum Beispiel Gräfelfing und Marsberg eigene Programme. Frag vor dem Kauf bei deiner Gemeinde nach und lies die Bedingungen, etwa zur Mindestgröße.
Passt besonders gut: zu größeren Gärten mit Gemüsebeeten, zum Neubau und zu einem Umbau, bei dem ohnehin gegraben wird.
Dein erster Schritt: Schätze, wie viel du im Sommer gießt, und rechne aus, wie viel Wasser dein Dach liefert. Erst dann lohnt sich ein Angebot.
3. Ein sichtbarer Weg für das Wasser
Regen kann im Garten zu sehen sein, bevor er versickert. Eine Regenkette, eine flache Rinne im Belag oder ein großer Stein, auf den das Wasser fällt: Daraus entsteht ein kleines Schauspiel bei jedem Schauer.
Die Idee: Das Wasser vom Fallrohr sichtbar und kontrolliert vom Haus weg ins Beet führen.

Darauf kommt es an
Führe das Wasser immer vom Haus weg und nie zum Nachbarn hin. Eine Rinne muss ein Gefälle haben und darf nicht über einen Weg laufen, auf dem im Winter jemand ausrutschen könnte. Wo das Wasser ankommt, schützen große Steine den Boden vor dem Ausspülen.
Eine Regenkette ist ein Blickfang, ersetzt aber keinen Speicher. Entscheidend bleibt, wohin das Wasser am Ende fließt: in eine Tonne, in eine Mulde oder in ein Beet, das es aufnehmen kann.
Passt besonders gut: wenn ein Fallrohr nahe an Terrasse oder Beet liegt.
Dein erster Schritt: Beobachte beim nächsten Regen, wo das Wasser vom Dach heute hinläuft.
4. Eine bepflanzte Mulde, die Regen aufnimmt
Eine Versickerungsmulde ist eine flache, bepflanzte Senke. Nach einem kräftigen Regen steht dort kurz Wasser, das langsam im Boden versickert. Den Rest der Zeit ist sie ein Beet.
Die Idee: Regen nicht wegleiten, sondern dort versickern lassen, wo er fällt, und die Mulde wie ein Staudenbeet gestalten.

Eine Mulde ist meistens trocken
Das überrascht viele: Nach den Empfehlungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) soll in einer Mulde höchstens 30 Zentimeter Wasser stehen, und nach spätestens 24 Stunden soll sie wieder leer sein (LWG, Merkblatt „Mit Pflanzen versickern“). Die meiste Zeit ist sie also ein trockener Standort. Gut geeignet sind deshalb tief wurzelnde Stauden, die Trockenheit vertragen und kurze Nässe aushalten, etwa Steppen-Salbei, Taglilien, Wasserdost, Sonnenhut, Ruten-Hirse und Garten-Sandrohr aus der Pflanzenliste der LWG.
Stauden lohnen sich auch technisch: In Versuchen der LWG nahmen bepflanzte Mulden bei Dauerregen bis zu einem Drittel mehr Wasser auf als Mulden mit Rasen. Bäume gehören nicht in die Mulde. Zu vorhandenen Bäumen hält man einen Abstand von einem halben Kronendurchmesser.

Was du vorher klären musst
- Boden: Er muss Wasser aufnehmen. Bei dichtem Lehm oder Ton bleibt das Wasser stehen. Dann ist Speichern besser als Versickern.
- Abstand zum Haus: Die Mulde braucht Abstand, damit kein Wasser in den Keller drückt. Wie viel, hängt von Keller und Boden ab. Der Stadtentwässerungsbetrieb Frankenthal nennt zum Beispiel für unterkellerte Häuser die Gebäudetiefe plus 50 Zentimeter (EWF Frankenthal).
- Grundwasser: Zwischen Sohle und höchstem Grundwasserstand soll mindestens ein Meter liegen (Baunetz Wissen).
- Erlaubnis: Ob du Regenwasser ohne Erlaubnis versickern darfst, regeln Land und Gemeinde. Im Zweifel fragst du bei der Unteren Wasserbehörde deines Kreises.
Eine Mulde für das ganze Dach planst du am besten mit einem Fachbetrieb. Eine kleine Mulde für einen Teil des Dachwassers lässt sich überschaubar anlegen, wenn Boden und Abstände passen.
Passt besonders gut: zu Gärten mit durchlässigem Boden und etwas Platz neben der Terrasse oder am Rand des Rasens.
Dein erster Schritt: Mach eine einfache Probe. Grabe ein Loch von etwa 30 Zentimetern Tiefe, fülle es mit Wasser und schau, ob es nach einigen Stunden versickert ist.
5. Beläge, die Wasser durchlassen
Einfahrt, Stellplatz und Wege sind oft die größten versiegelten Flächen am Haus. Gerade dort lässt sich viel ändern.
Die Idee: Flächen so befestigen, dass sie tragen und trotzdem Wasser durchlassen.

Welche Beläge infrage kommen
Pflaster mit breiten Rasen- oder Splittfugen, Rasengittersteine und Kies lassen Wasser durch. Für einen Stellplatz, auf dem täglich ein Auto steht, eignen sich Pflaster mit breiten Fugen meist besser als reine Rasengitter, in denen das Gras unter den Reifen leidet. Wo Wasser vom Belag abläuft, kann ein etwas tiefer liegendes Beet es aufnehmen.
Das kann sich auch finanziell lohnen. Viele Gemeinden berechnen eine eigene Gebühr für Regenwasser, das von versiegelten Flächen in den Kanal fließt. In Hannover sind das zum Beispiel 0,80 Euro pro Quadratmeter und Jahr; für Flächen, deren Wasser über eine Versickerungsanlage abgeleitet wird, ermäßigt sich die Gebühr um 70 Prozent (Stadt Hannover). Wie es bei dir geregelt ist, steht in der Gebührensatzung deiner Gemeinde. Eine Ermäßigung musst du meist selbst beantragen.
Passt besonders gut: wenn Einfahrt oder Stellplatz ohnehin erneuert werden.
Dein erster Schritt: Rechne zusammen, wie viele Quadratmeter Dach, Terrasse und Einfahrt heute in den Kanal entwässern. Diese Zahl steht oft auch auf deinem Gebührenbescheid.
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Welche Lösung passt zu dir?
| Wenn dich das stört … | … beginne hier |
|---|---|
| „Im Sommer gieße ich ständig mit Leitungswasser.“ | Regentonne am nächsten Fallrohr; Idee 1 |
| „Ich habe einen großen Gemüsegarten.“ | Zisterne prüfen; Idee 2 |
| „Bei Starkregen steht Wasser auf der Terrasse.“ | Wasserweg vom Haus weg planen; Idee 3 |
| „Mein Rasenrand ist ohnehin ungenutzt.“ | kleine Mulde mit Stauden; Idee 4 |
| „Die Einfahrt muss sowieso neu.“ | Belag mit breiten Fugen; Idee 5 |
Am meisten bringt eine Kombination: Tonne oder Zisterne für das Gießwasser, der Überlauf in ein Beet oder eine Mulde, und so wenig versiegelte Fläche wie nötig. Warum Regenwasser auch zu den Gartentrends 2027 gehört, steht in unserem Artikel Gartentrends 2027.
Häufige Fragen zu Regenwasser im Garten
Muss ich eine Regentonne oder Zisterne anmelden?
Eine Regentonne oder Zisterne nur für den Garten musst du in der Regel nicht beim Gesundheitsamt anzeigen. Anzeigepflichtig ist eine Anlage, die Regenwasser im Haus nutzt, etwa für die Toilette. Wenn du ein Fallrohr vom Kanal trennst oder Regenwasser versickern lässt, frag vorher bei deiner Gemeinde nach.
Lohnt sich eine Zisterne?
Das hängt davon ab, wie viel du gießt und ob ohnehin gegraben wird. Für einen kleinen Garten reicht oft eine Regentonne. Bei großen Gemüse- oder Rasenflächen, beim Neubau oder wenn deine Gemeinde eine Zisterne fördert, rechnet sie sich eher.
Darf ich Regenwasser im Garten versickern lassen?
Meist ja, aber die Regeln unterscheiden sich nach Land und Gemeinde. Wichtig sind ein durchlässiger Boden, genug Abstand zum Haus und zum Grundwasser und dass kein Wasser zum Nachbarn läuft. Im Zweifel klärt die Untere Wasserbehörde, ob du eine Erlaubnis brauchst.
Welche Pflanzen eignen sich für eine Versickerungsmulde?
Pflanzen, die Trockenheit vertragen und kurze Nässe aushalten, denn eine gut angelegte Mulde ist nach spätestens einem Tag wieder leer. Die LWG nennt unter anderem Steppen-Salbei, Taglilien, Wasserdost, Sonnenhut, Ruten-Hirse und Garten-Sandrohr.
Was mache ich im Winter mit der Regentonne?
Leere sie vor dem ersten Frost und lass den Hahn offen, damit Restwasser abfließen kann. Ein Füllautomat am Fallrohr lässt sich meist auf Winterbetrieb stellen, dann läuft das Wasser im Rohr weiter.
Wie sähe Regenwasser als Gestaltung in meinem Garten aus?
Am besten probierst du es an deinem eigenen Garten aus. Lade ein Foto hoch und beschreibe, was du dir wünschst, zum Beispiel eine bepflanzte Mulde neben der Terrasse. Mit GardenPilot startest du kostenlos mit deinem Gartenfoto.
Quellen und Einordnung
Die Angaben beschreiben die Lage in Deutschland. Rechtliche Regeln unterscheiden sich nach Land und Gemeinde; dieser Artikel ersetzt keine Beratung durch deine Gemeinde oder einen Fachbetrieb.
- Deutscher Wetterdienst, 31. August 2026: Deutschlandwetter im Sommer 2026.
- Bayerisches Landesamt für Umwelt: Regenwassernutzung.
- Verbraucherzentrale NRW, 16. April 2024: Regenwasser sinnvoll nutzen.
- Umweltbundesamt, 11. Juli 2025: Tipps für eine nachhaltige Regenwassernutzung.
- Trinkwasserverordnung 2023: § 12 Anzeigepflichten.
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Merkblatt „Mit Pflanzen versickern – Versickerungsmulden standortgerecht bepflanzt“, 2. Auflage 2010.
- Baunetz Wissen: Regenwasserversickerung, zu DWA-A 138.
- Eigen- und Wirtschaftsbetrieb Frankenthal: Planungshinweise für Versickerungsanlagen.
- Landeshauptstadt Hannover: Gebühren für Niederschlagswasser.
- Förderbeispiele 2026: Gemeinde Gräfelfing, Stadt Marsberg.
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